Affiliate Marketing ohne Website und Reichweite: So startest du von Null

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Affiliate Marketing kann eine sehr lukrative Option für Solo-Selbstständige, aber auch große Unternehmen sein, um Geld zu verdienen. Doch wie im Rest der Marketing-Welt gilt auch hier: Wer Gehör finden möchte, braucht ein Publikum. Im Affiliate Marketing sind das zumeist Websites, die entsprechend viele Besucher anziehen, über die wiederum Affiliate-Einnahmen erzielt werden können.

Dabei stellt sich gleichzeitig auch die Frage: Wie kann ich mit Affiliate Marketing Geld verdienen, wenn ich (noch) kein Publikum, keine Reichweite und vielleicht noch nicht einmal eine Website habe? Geht das überhaupt – oder stehe ich ohne Reichweite auf verlorenem Posten?

Diese und weitere Fragen möchte ich Euch in diesem Beitrag beantworten. Also: Lasst uns loslegen!

Affiliate Marketing ohne Reichweite – Geht das überhaupt?

Ja, auch ohne eine bestehende Reichweite könnt Ihr im Affiliate Marketing Geld verdienen. Allerdings müsst Ihr dann bestimmte Besonderheiten beachten und entsprechende Kanäle verwenden, um auch zuverlässig Geld zu verdienen.

Affiliate Marketing ohne Website: Welche weiteren Channel lohnen sich, um mit Affiliate Marketing Geld zu verdienen?

Der wohl geläufigste Weg, um mit Affiliate Marketing Geld zu verdienen, ist die Platzierung von Affiliate-Angeboten auf einer Website. Produkttests, Info-Beiträge und Co. können den Besuchern der Website dabei einen Überblick über die Vorteile bestimmter Produkte und Dienstleistungen geben – und wenn jemand über Eure Website einen Kauf tätigt, erhaltet Ihr dafür ein Stück vom Kuchen.

Mehr zum Thema: Geld verdienen mit Affiliate Marketing – Alles zu Rechtlichem, Steuern und passivem Einkommen

Ohne Website oder ohne Reichweite, also ohne Stammpublikum, solltet Ihr euer Affiliate-Programm allerdings anders angehen. Folgende Channel und Taktiken sind besonders erfolgsversprechend:

Influencer Marketing

Im Affiliate Marketing geht es vor allem darum, die Affiliate-Links, die Ihr erhaltet, klug und reichweitenstark zu platzieren. Wenn Ihr keine Website habt, auf der Ihr solche Links reichweitenstark platzieren könnt, gibt es trotzdem Grund zur Freude: Wir leben in Zeiten des Influencer Marketings. Influencer findet Ihr inzwischen in so gut wie allen Kanälen und Nischen, vom Blogger über Instagram- und TikTok-Influencer bis hin zum Podcaster oder YouTuber.

Influencer unterscheidet man neben den verwendeten Channels auch nach ihrer Followerzahl:

  • Nano-Influencer: 1.000 – 10.000 Follower
  • Mikro-Influencer: 10.000 – 100.000 Follower
  • Makro-Influencer: 100.000 – 1.000.000 Follower
  • Mega-Influencer: Mehr als 1.000.000 Follower

Mit Makro- und Mega-Influencer erreicht Ihr zwar das größte Publikum, aber das ist nicht der einzige Faktor, auf den Ihr achten solltet. Zum einen verlangen Influencer mit großer Reichweite oft auch ein entsprechend höheres Honorar für Kooperationen bzw. die Teilnahme an Eurem Partnerprogramm.

Zum anderen solltet Ihr auch auf die Interaktionsraten achten, die ein*e Influencer*in erzielt – denn was bringen 100.000 Follower, wenn die Interaktionsraten unter den Beiträgen stets niedrig sind?

Zu guter Letzt solltet Ihr abklopfen, ob der Influencer auch zu eurem Produkt, eurem Thema oder eurer Nische passt. Einen Fashion Influencer damit zu beauftragen, Werbung für Finanzsoftware oder SaaS-Tools zu machen, dürfte beispielsweise nicht zielführend sein. Wenn die von euch beworbenen Produkte und Dienstleistungen erklärungsbedürftig sind, seid ihr hingegen gut mit Influencern beraten, die für Erklärvideos oder aufschlussreich-erklärende Blogbeiträge bekannt sind. Wenn Eure Zielgruppe vor allem aus jungen Menschen besteht, sind Influencer aus der Altersgruppe 40+ wahrscheinlich nicht die beste Wahl – und so weiter.

Psst!: Werde Teil dieser Influencer-Affiliate-Marketing-Programme, mit denen du Geld als Content Creator verdienen kannst!

Paid Ads

Wer Geld verdienen möchte, muss zunächst Geld ausgeben, sagt man – und dieses Prinzip macht sich der Einsatz von Paid Ads zunutze. Dafür braucht ihr aber auch keine bestehende Reichweite, sondern könnt direkt loslegen.

Mit Google Ads, Facebook Ads und LinkedIn Ads könnt Ihr verhältnismäßig günstig Erfolg im Affiliate Marketing erzielen. Voraussetzung: Ihr legt Eure Werbekampagne als Pay-per-Click- bzw. Cost-per-Click-Kampagne an. So schaltet Ihr Werbung in den sozialen Medien oder im Google-Partnernetzwerk, zahlt aber jeweils nur dann, wenn auch tatsächlich jemand eure Anzeige anklickt. Wohin eure Anzeige dann führt, ist euch überlassen: Am erfolgversprechendsten ist sicherlich ein Link auf eure Website – aber wenn ihr keine Website habt, könnt ihr auch auf euer Social-Media-Profil oder euren YouTube-Kanal verlinken.

Die Kosten für einen Klick (CPC) auf deine Anzeigen können stark variieren – abhängig unter anderem von der Zielgruppe, den verwendeten Keywords und davon, wie konkret die dazugehörige Suchanfrage ist. Außerdem arbeitet Google bei seinen Paid Ads mit einer Art Auktionsprinzip. Detaillierte Infos über die Kosten für Google Ads erhaltet Ihr in unserem Beitrag zum Thema: Was kosten Google Ads?

Social Media

Ihr könnt die Macht der sozialen Medien nutzen, um auch ohne Website ein erfolgreiches Online Business aufzubauen. Die schlechte Nachricht: Um in den sozialen Medien mit Affiliate Marketing wirklich erfolgreich zu sein, benötigt ihr eine entsprechende Reichweite. Die gute Nachricht: Diese Reichweite entsteht mehr oder weniger nebenbei, wenn ihr am Ball bleibt.

Der Schlüssel zum Erfolg eurer Affiliate-Programme liegt zunächst in der Auswahl der richtigen Social-Media-Plattformen: Wenn Ihr zum Beispiel hauptsächlich Affiliate-Partnerschaften im Food-Bereich habt, sind Instagram oder TikTok besser geeignete Plattformen als LinkedIn oder XING.

E-Books

Wenn Ihr über eine gewisse Expertise in einem bestimmten Thema verfügt, können auch E-Books eine Möglichkeit sein, um eure Affiliate-Links zu platzieren. Self-Publishing ermöglicht das inzwischen problemlos, auch beim Bücher-Giganten Amazon könnt Ihr beispielsweise E-Books im Eigenverlag publizieren. Wenn ihr eine entsprechend zugespitzte (aber beliebte) Nische als euer Steckenpferd wählt, kommen die Leser mit der Zeit, auch ohne Anfangsreichweite. Allerdings müsst ihr für diesen Kanal wohl etwas mehr Geduld mitbringen als für die anderen Channel, die ich hier vorgestellt habe.

Achtet außerdem darauf, Affiliate-Links zu Produkten nur dort in euren E-Books einzubauen, wo es auch wirklich Sinn ergibt. Anderenfalls wird euer E-Book nicht als fachmännischer Ratgeber erkannt, sondern als Werbematerial abgestempelt – und das hätte den gegenteiligen Effekt auf eure Affiliate-Einnahmen.

Schritt für Schritt: So wirst du zum Affiliate Marketing Profi, auch ohne Reichweite und Website

Wenn euch die Erstellung und Pflege einer eigenen Website nicht wirklich liegt (oder einfach keinen Spaß macht), könnt ihr natürlich trotzdem im Affiliate Marketing durchstarten. Es gibt zahlreiche Wege, die ihr diesbezüglich einschlagen könnt – deshalb soll diese Schritt-für-Schritt-Anleitung auch nur ein Beispiel sein.

1. Werdet zum Profi für euer Thema

Affiliate Marketing ist in gewisser Weise ganz ähnlich zum Influencer Marketing: Man wird eure Produktvorschläge und -empfehlungen vor allem dann sehr beherzigen, wenn man euch als Expert*in für euer Themengebiet einschätzt. Das bedeutet: Zu allererst solltet ihr versuchen, euch so gut wie nur irgend möglich mit ‘eurem’ Thema auseinanderzusetzen. Ganz nebenbei werdet ihr dann auch feststellen, für welche Themenbereiche bereits viel Content existiert und wo noch Lücken bestehen. Das wird im späteren Verlauf noch wichtig!

2. Treibt euch in Foren herum

Foren und Online Communities sind wohl der Ort schlechthin, um sich über alle möglichen Themen auszutauschen. Auch ihr solltet versuchen, hier mitzumischen.

Zwar könnt ihr auch versuchen, direkt im Forum unter passenden Fragen und Beiträgen einen Affiliate-Link zu platzieren, das würde ich euch aber ehrlich gesagt nicht empfehlen. Tretet stattdessen mit den anderen Forennutzern in Austausch über euer Thema und ihr werdet ein immer tiefgreifenderes Verständnis dafür verlangen. Zudem könnt ihr hier wichtige Kontakte knüpfen und bereits ein kleines Netzwerk bzw. Publikum aufbauen.

3. Startet einen YouTube-Kanal

Oder auch ein anderes Social-Media-Profil – YouTube ist allerdings allein schon wegen seines Traffics und der Möglichkeit, Videos hochzuladen und mit Kommentatoren in Austausch zu treten, sehr gut geeignet.

Hier beginnt eure Expertise und eure in Foren verbrachte Zeit, sich richtig bezahlt zu machen: Ihr habt einen Überblick darüber, welche Aspekte eures Themas besonders interessant oder diskussionswürdig sind oder welche Themen noch nicht so viel Aufmerksamkeit erhalten haben. In den Foren könnt ihr außerdem darauf aufmerksam machen, dass ihr einen YouTube-Kanal gestartet habt und euch über Besucher freuen würdet. Innerhalb des Videos und auch in der Videobeschreibung habt ihr dann jeweils die Möglichkeit, Affiliate-Links zu platzieren.

4. Schaltet Paid Ads

Sofern die CPC für eure Nische tragbar sind, könntet Ihr nun damit anfangen, bezahlte Anzeigen zu schalten. Das geht sowohl auf YouTube selbst als auch außerhalb von YouTube. Behaltet dabei aber unbedingt das Verhältnis zwischen den Kosten für die Anzeigen und eurer Gewinnmarge im Affiliate-Geschäft im Auge. Der Weg über Paid Ads ist nämlich nicht immer lohnenswert, vor allem dann nicht, wenn die CPC besonders hoch sind.

5. Veröffentlicht Gastbeiträge

Mit den ersten Videos bzw. dem ersten Content, mit dem ihr zeigen könnt, dass ihr euch auskennt, habt ihr gute Chancen, Gastbeiträge oder Gastvideos auf Content-Plattformen, Blogs und bei anderen Affiliate-Marketern aus eurer Branche zu platzieren.

Wie wäre es beispielsweise, wenn ihr mit einem anderen Affiliate-Blogger aus eurer Nische kooperiert, dort einen Gastbeitrag veröffentlich und den Blogger ein Gastvideo auf eurem YouTube-Profil veröffentlichen lasst? So könnt ihr beide von der Reichweite und dem Publikum des jeweils anderen profitieren – eine klassische Win-Win-Situation.

Wann eine Affiliate-Website doch Sinn macht

Ihr seht: Man muss nicht zwingend eine Website haben, um im Affiliate Marketing Geld verdienen zu können. Ein gewisses Publikum braucht ihr zwar schon, dieses könnt ihr aber auch ohne Website erreichen.

Trotzdem muss man allerdings sagen, dass eine eigene Affiliate-Website in den allermeisten Fällen weitaus mehr Sinn ergibt, als ganz ohne Website zu arbeiten – vor allem dann, wenn ihr auch langfristig und nachhaltig Erfolg mit eurem Online-Business haben möchtet.

Der Aufbau und die Pflege einer Affiliate-Website erfordern zunächst vielleicht einen etwas größeren Zeiteinsatz. Dass eine eigene Website dann aber meistens lukrativer ist als die Nutzung anderer Kanäle hat mehrere Gründe:

  • Viele Unternehmen gehen eine Affiliate-Partnerschaft nur mit Affiliates ein, die eigene eigene Website besitzen. Das gilt gerade für die Unternehmen mit lukrativeren Affiliate-Programmen.
  • Ihr habt mit einer eigenen Website eine weitaus höhere Flexibilität: Textinhalte, Videos, Webinare, Content Offers, der Aufbau von E-Mail-Kontaktlisten und, und, und…
  • Wenn ihr euch auf Social-Media-Plattformen verlasst, seid ihr auch abhängig von diesem Netzwerk. Sprich: Wenn das Netzwerk einmal Nutzer verlieren sollte oder auch nur seine Ranking-Algorithmen zu euren Ungunsten verändert, können eure Einnahmen wegbrechen.

Häufig gestellte Fragen zu Affiliate Marketing ohne Website und Reichweite

Wie bekomme ich Reichweite mit meiner Affiliate Website?

Wenn ihr euch dazu entscheidet, eine eigene Affiliate-Website zu erstellen, gilt Suchmaschinenoptimierung als eins der erfolgversprechendsten Unterfangen, um die Reichweite zu steigern. Marketing Tools wie das von GetResponse unterstützen dich dabei, eine SEO-konforme Website aufzubauen. Mit hochwertigen Inhalten wie einem eigenen Blog, einer entsprechend spitzen Nische und einem passenden Social-Media-Profil lassen die ersten Besucher dann meist nicht lang auf sich warten.

Mit exklusiven Angeboten (Content Offers) wie beispielsweise E-Books, Whitepapers oder Webinaren, für die deine Website-Besucher ihre Mailadresse hinterlassen müssen, baust du dir dann eine E-Mail-Liste aus hochwertigen Leads auf, die du beispielsweise über einen regelmäßigen Newsletter auf dem Laufenden halten kannst.

Mehr zum Thema: 11 Killer Affiliate Email Marketing Tipps

Wie erstelle ich eine Affiliate Website?

Mit GetResponse ist es besonders einfach, eine eigene Affiliate-Website zu erstellen. Folgende Schritte sind erforderlich:

  1. Logge dich in dein GetResponse-Konto ein und wähle den “Website Builder” aus.
  2. Entscheide, ob du von Grund auf deine eigene Website erstellen, unseren KI-gestützten Assistenten nutzen oder eins der GetResponse Website Templates verwenden möchtest.
    GetResponse AI Website Builder Angaben
  3. Gestalte deine Affiliate-Website so, dass sie dein Produkt bzw. deinen Service, deine Verkaufsstrategie und deine Zielgruppe möglichst gut widerspiegelt. Fülle sie mit hochwertigen Inhalten und platziere deine Affiliate-Links.
  4. Wähle aus, ob du die Website selbst hosten möchtest oder ob GetResponse das für dich übernehmen soll.
  5. Sieh dir gern auch die anderen Funktionen an, die GetResponse bietet und die deinem Erfolg zuträglich sein könnten: Dir stehen Funktionen wie E-Mail-Marketing, Autoresponder, Webinare und mehr zur Auswahl.
    Beispiel einer Affiliate Marketing Website erstellt in GetResponse

Welche Arten von Produkten eignen sich am besten für Affiliate Marketing ohne Website und Reichweite?

In der Welt des Affiliate-Marketings kannst du letztlich so viele unterschiedliche Wege einschlagen, dass ich dir an dieser Stelle keine allgemeine Empfehlung zu dem oder den ‘besten Produkten’ geben kann. Letztlich suchen viele Affiliates natürlich nach den lukrativsten – sprich: teuersten – Affiliate-Produkten, doch auch das muss nicht zielführend sein. Bei höherpreisigen Produkten ist schließlich auch die Hemmschwelle zum Kauf höher. Wichtig ist hingegen vor allem, dass die ausgewählten Produkte und Dienstleistungen möglichst gut zu deiner Nische und deinem Content passen. Außerdem solltest du darauf achten, dass der Affiliate-Partner vertrauenswürdig ist, regelmäßig und zuverlässig zahlt und dir Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bietet, wenn einmal etwas nicht funktionieren sollte oder du Fragen hast.

Welche Nischen eigenen sich für Affiliate Marketing ohne Website bzw. Reichweite?

Zu den besonders lukrativen Affiliate-Nischen zählen unter anderem:

  • Finanzen
  • Dating
  • Erwachsenen-Unterhaltung bzw. Erotik 
  • Technologie
  • Haustierbedarf
  • Marketing Software

Wenn du mehr über die einzelnen Nischen und ihre Verdienstmöglichkeiten herausfinden möchtest, haben wir einen Beitrag zum Thema für dich: Die besten und lukrativsten Affiliate-Nischen


Tobias Stahl
Tobias Stahl
Tobias Stahl ist freiberuflicher Autor und Copywriter für GetResponse. Dem Schreiben als solches widmet sich Tobias schon seit mehr als zehn Jahren; in den vergangenen acht Jahren durfte er seine Nase zudem in fast alle Bereiche des Online Marketings stecken, vom Inbound- und Content Marketing über Social Media bis hin zur Suchmaschinenoptimierung. Für GetResponse behält Tobias die neuesten Entwicklungen und Trends im Online Marketing im Blick, um für seine Leser untersuchen, vergleichen, und erklären zu können. Mehr über Tobias erfährst du auf seiner Website oder ganz einfach via LinkedIn.
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